Quelle: Alfons Piller-Zen Ruffinen Der Komponist und Orgelvirtuose Pater Gregor Molitor OSB
(1867-1926) der Erzabtei St. Martin von Beuron /Sigmaringen in: "Musik und Gottesdienst" Organ der reformierten deutschsprachigen Kirchenmusiker der Schweiz, 2005.

Molitor, Gregor Ferdinand O.S.B

(1867-1926)

1867 Geboren am 18. Juli in Sigmaringen, mit dem Namen Ferdinand Benedikt. Sohn des Kirchenmusikers Johann Baptist Molitor. Bruder des Benediktiners Raphael Molitor.
Unterricht in Klavier, Geige und Orgel bei seinem Vater, dann am Gymnasium Sigmaringen.
1882 Konstanz, Schüler am dortigen Gymnasium. Beeindruckt Kaiser Wilhelm durch seine Klavierkunst bei Konzerten auf der Insel Mainau.
1886 Einjährig Freiwilliger in einem Konstanzer Regiment.
1887 Aufnahme ins Benediktinerkloster Beuron (Lkr. Sigmaringen). Er nimmt den Ordensnamen Gregor an.
1888 Einkleidung.
1892 Priesterweihe. Anschließend Lektorat in Philosophie, dann Novizenmeister und Subprior in Beuron.
1894 Übernahme des Organistenamts im Kloster Beuron.
1901 Bau einer neuen Hauptorgel durch die Ordensbrüder in Kooperation mit der Orgelbaufirma SPÄTH (Ennetach) nach den Plänen Molitors mit elektropneumatischer Traktur mit Taschenladen (erste Orgel dieses Typs in Deutschland). Molitor beantragt auch einen Motor, der das Orgelgebläse antreibt. Dieser Motor wird auch mit einer Dynamomaschine versehen, die das Kloster mit Strom versorgt.
Zeitgleich wird auch die Chororgel von BRANMANN elektrifiziert und von einem Hauptspieltisch für beide Orgeln spielbar gemacht.
Bei der Orgelweihe beider Orgeln am 5. Dezember spielen Molitor und sein Bruder Raphael Werke von Rheinberger. Der Orgelrevident Staudacher aus Ravensburg lobt das Werk in seinem Gutachten.
1904 Prior der Beuroner Erzabtei.
1907 Gründung der Beuroner Musikakademie im Gregoriushaus (Villa Broghammer) in Beuron zur Heranbildung von Kirchenmusikern in der Diözese Freiburg. Gründung des Verlags der Kirchenmusikalischen Gesellschaft St. Gregor in Beuron. Pater Gregor ist der Leiter der Institutionen und zugleich Dozent. Die Vertretung nach außen übernimmt der Schwager Molitors, Ernest von Werra, vormals Chordirektor am Münster zu Konstanz. Diese Schule existiert bis 1917.
1908 Intensive Beschäftigung mit den Reformbestrebungen Albert Schweitzers. Unter Molitors Leitung wird die Hauptorgel in Zusammenarbeit mit der Firma SPÄTH (Spieltisch, Windladen), dem französischen Orgelbauer DIDIER (27 neue Register) und dem Intonateur von Cavaillé-Coll, Josef König im Sinne der Orgelbewegung umgebaut und vergrößert, SPÄTH op. 178, III/P 59.
1910 Übernahme der Redaktion der Zeitschrift "der Kirchensänger".
1911 Aufgabe der Redaktion wegen Rückenmarkserkrankung.
1913 Ernest von Werra stirbt, seine Funktion an der Musikakademie übernimmt Felix Knubben.
1914 Bei der Abtswahl in Beuron kann sich Pior Molitor nicht durchsetzen.
1915 Erkrankung Molitors. Erholungsaufenthalt in Leuk-Stadt, Schweiz im Gut der von Werra. Hier entsteht das Beuroner Orgelbuch. Verschlechterung des Gesundheitszustands.
1920 Freiburg, Krankenhaus St. Josef.
1926 Rückkehr ins Kloster Beuron. Gestorben am 28. Mai, 1926.

Molitor komponierte neben Orgelmusik vorallem geistliche Werke u.a. die Oratorien St. Benedikt und Marias Heimgang und mehrere Messen und Marienlieder. Er ist Verfasser verschiedener Schriften zum gregorianischen Chorals. Herausgeber des Lehrbuchs zur diatonisch-rythmischen Begleitung des Chorals. Leipzig: Breitkopf & Härtel 1913.

Orgelwerke

- Beuroner Orgelbuch, Orgelstücke verschiedener Form zum Gebrauch beim Gottesdienste und anderen
Anlässen, 4 Bände, Verlag der K.M- Gesellschaft St. Gregor m. b. H. Beuron, Hohenzollern, 1918

- Präludien und Fugen für die Orgel, No 1 –6, 39 S. No 7 – 12 S. 41 – 77, Verlag der K.M.
Gesellschaft St. Gregor m. b. H. Beuron, Hohenzollern

- Ausgewählte Choralmessen der Editio vaticana für Orgel gesetzt. Düsseldorf, Schwann. 1911.

- Messe für die Verstorbenen in Es, nach der Editio vaticana für Orgel gesetzt. Düsseldorf, Schwann. 1911.

Beiträge in: Praeludia Organi, Vorspiele zum Graduale Romanum, Hrsg. J.G.E Stehle, Pustet, Regensburg, 1892
INTROITUS:
Nr. 22 Cognovi Domine - Nr. 78 Guadens gandebo - Nr. 110 Mihi autem nimis honorati sunt - Nr. 147 Sacerdotes tui - Nr. 159 Scio cui

OFFERTORIUM: Nr. 130 Lauda Jerusalem -Nr. 138 Miseration hominis - Nr. 172 Sacerdotes Dei - Nr. 178 Salvum me fac
COMMUNIONES: Nr. Ave Maria - Nr. 17 Constitues eus - Nr.

 

Quellen

- Frank/Altmann Tonkünstlerlexikon

- Alfons Piller-Zen Ruffinen: Der Komponist und Orgelvirtuose Pater Gregor Molitor OSB
(1867-1926) der Erzabtei St. Martin von Beuron /Sigmaringen in: "Musik und Gottesdienst" Organ der reformierten deutschsprachigen Kirchenmusiker der Schweiz, 2005.

- Beuroner Bibliographie: Schriftsteller und Künstler während der ersten hundert Jahre des
Benediktinerklosters Beuron, Beuron,1963

- Enzyklopädie der Musik, Bärenreiter-Verlag, Kassel 1961

- Kunz L., Molitor Gregor, in Musik und Geschichte der Gegenwart. Allgemeine Enzyklopädie der
Musik, Bärenreiter-Verlag, Kassel 1961

- Weissenbäck Andreas, Sacra Musica, Lexikon der katholischen Kirchenmusik, Klosterneuburg bei Wien, Verlag der Augustinus-Druckerei, 1937

- Zwischen Aufbruch und Beständigkeit. Peter Häger, Jakobus Kaffanke OSB, Lit-Verlag Hopf, Berlin, 2008.

http://books.google.de/books?id=_Zi3vLZ40oMC&pg=PA50&dq=johann+baptist+molitor&hl=de&ei=70_ETfmcI8nEswbCz4H7Dg&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=4&ved=0CDoQ6AEwAw#v=onepage&q=johann%20baptist%20molitor&f=true