Werra, Ernst von

(1854-1913)

1854 Geboren am 11. Februar in CH-Leuk, Kanton Wallis.
1874 Studium in Regensburg, u.a. bei Haberl, Hanisch, Halder und Jakob.
1875 Studium am Konservatorium in Stuttgart. Seine Lehrer waren u.a. Stark und Immanuel Faisst.
1877 Musiklehrer in Bludenz.
1880 Dirigent des Liederkranzes Bludenz.
1883 Organist an der Deutschen Nationalkirche in Rom. Präfekt der Scuola Gregoriana.
1885 Chorregent im Stift Mehrerau (bei Bregenz).
1890 Organist und Chordirektor am Münster in Konstanz als Nachfolger seines Schwiegervaters Johann Baptist Molitor. Zugleich Musiklehrer am Großherzoglichen Gymnasium.

1890 Erzbischöflicher Orgelbauinspektor der Diözese Freiburg.
1901 Herausgabe sämtlicher Werke für Klavier und Orgel von Johann Caspar Ferdinand Fischer (1662-1746)..
1907 Gründung der Kirchenmusikschule Beuron im dortigen Gregoriushaus zusammen mit seinem Schwager Pater Gregor Molitor. Werra wird deren Leiter.
Nachfolger im Amt des Münsterchordirektors und Organisten in Konstanz wird Josef Gallus Scheel.
1913 Gestorben am 31. Juli in Beuron. Sein Nachfolger als Direktor der Musikakademie Beuron wird Felix Knubben (1880-1934).

Musikschriftsteller. Aufsätze über Orgelspiel und Orgelliteratur. Herausgabe von Musik des Vorbarock. Begründet in Beuron einen heute noch vorhandene wissenschaftliche Musikbibliothek. Von Werra stand als Musikwissenschaftler u.a. im Kontakt mit Clara Schuhmann, Albert Schweitzer, Karl Straube, Otto Gauss.

Als Erzbischöflicher Orgelbauinspektor nachgewiesen:
1893 Afholderberg, Renovation der NÄGELE-Orgel.
1897 Sentenhart, Reparatur durch STEHLE.
1902 Engelswies, Neubau durch SCHWARZ op. 112, II/P 16.
1909 Kreenheinstetten, Gutachten zur SPIEGEL/BROLL-Orgel,
1911 Sigmaringen-Hedingen, Neubau der SPÄTH-Orgel, op. 194, III/P 32.

Orgelwerke

Herausgeber zweier Orgelsammlungen mit Stücken alter Meister.
u.a J.S. Bach, J.C.F. Fischer, K. Kolb, G. Muffat, F.X.A Murschhauser, J.X. Nauss, J. Seeger, G.A. Sorge, J.G. Vierling, D. Zipoli.

Pustet, Regensburg, 1887

Herausgabe von Orgelwerken von H.L. Hassler und Chr. Erbach in:
Denkmäler der Tonkunst in Bayern. Vierter Jahrgang. Breitkopf&Härtl. Leipzig. 1903

Sämtliche Werke für Klavier und Orgel von Johann Caspar Ferdinand Fischer
Breitkopf&Härtel. Leipzig. 1901

Quellen

- Weissenbäck Andreas, Sacra Musica, Lexikon der katholischen Kirchenmusik, Klosterneuburg bei Wien, Verlag der Augustinus-Druckerei, 1937
- Festschrift zum 100jährigen Bestehen der Erzabtei St. Martin. 1863-1963. Beuroner Kunstverlag. 1963
- Altmann: Tonkünstlerlexikon
- Alfons Piller-Zen Ruffinen: Der Komponist und Orgelvirtuose Pater Gregor Molitor OSB
(1867-1926) der Erzabtei St. Martin von Beuron /Sigmaringen in: "Musik und Gottesdienst" Organ der reformierten deutschsprachigen Kirchenmusiker der Schweiz, 2005.
- Stefan Blanz, Peter Häger, Jakobus Kaffanke: Beuroner Forum Edition 2011. LIT Verlag Münster 2011.
- Historische Orgeln im Dreiländerkreis Sigmaringen. Wolfgang Manecke, Mark Vogl. Gmeiner-Verlag. Messkirch. 2010