Haas, Joseph

(1879-1960)

1879 Geboren am 19. März in Maihingen im Nördlinger Ries.
1895-1897 Lehrerseminar Lauingen. Dort Schüler von Karl Deigendesch.
Zunächst Volksschullehrer in München.
1904-190z Privatschüler Max Regers.
1907 Folgt seinem Lehrer Reger nach Leipzig und beendete dort seine Studien in Regers Kompositionsklasse.
1909 Großer Erfolg mit seiner Violinsonate op. 21.
1909 Abschluß seines Kompositionsstudiums bei Reger, Ehrung mit dem Nikisch Preis.
1911 Dozent für Komposition an der Stuttgarter Musikhochschule.
1921 Mitbegründer der Donaueschinger Kammermusikaufführungen für neue Musik.
1921 Wechsel als Dozent an die Münchener Akademie für Tonkunst.
In Stuttgart wird Ewald Strässer sein Nachfolger.
1925 Professor und Leiter der Abteilung für Kirchenmusik
1930 Mitglied der Preußischen Akademie der Künste in Berlin
1945 Präsident der Musikhochschule München
1949 Gründung der Joseph Haas Gesellschaft änlässlich seines 70. Geburtstags.
1950 Emeritierung.
1954 Ehrendoktorwürde des Pontificium Institutum Musicae Sacrae in Rom und der Universität München.
1960 Gestorben am 28. März in München.

Joseph Haas zählte neben Karl Hasse, Hermann Keller, Hermann Grabner, Fritz Lubrich, Arno Landmann, Gottfried Rüdinger und Karl Hoyer zum engeren Schülerkreis von Max Reger.
Joseph Haas war Komponist aller Musikgattungen geistlicher und weltlicher Musik. In seinen Werken verließ er nie den Boden der Tonalität, war aber den neueren Entwicklungen gegenüber interessiert und förderte sie. Mit Christian Knayer gab er das Liederbuch "Deutsche Lieder" heraus.

Er komponierte auch Kantaten für die Ausgestaltung Nationalsozialistischer Feiern, z.B. "Deutschland, Heimat Vaterland" op. 81,3, Schott, Mainz 1939 und "Zum Lob der Arbeit", op. 81,4, Schott, Mainz 1941

Schüler von Joseph Haas waren neben vielen anderen Musikern die Organisten und Kirchenmusiker Alfred Berghorn, Cesar Bresgen, Max Eham, Josef Garovi, Hans Gebhard, Paul Haegele, Karl Höller, Max Jobst, Georg Ludwig Jochum, Otto Jochum, Johannes Klassen (1904-1957, Trierer Domkapellmeister), Anton Julius Kinz, Franz Xaver Lehner, Wilhelm Maler, Theodor Pröpper, Joseph Rauch, Otto Rehm, Hans Schink, Hermann Unger, Margarete Schweikert und Pirmin Vetter.

Orgelwerke

op. 3, Zehn Choralvorspiele für Orgel, Forberg (Hess), Leipzig, 1905
reprint (Hrsg. Clemens Schnorr) Pro Organo, Leutkirch, 1988 (PO 1019)

op. 11, Drei Präludien und Fugen. c-moll, g-moll, D-Dur. Forberg, Leipzig, 1907 oder Edition Peters (S2384 ) oder, Schwann, Frankfurt a. Main 1977.

op. 12, Sonate c-moll. Forberg, Leipzig, 1907 auch Forberg, Bonn 1990 (F25025).
No. 1 Phantasie. No. 2 Capriccio. No. 3 Intermezzo. No. 4 Introduction & Fuge.

op. 15, Acht Charakterstücke (1907), Augener, London, 1909 (2 Bände, No. 5870 und 5871) und im Reprint (Hrsg. Wolfgang Haas) bei Schott, Mainz, 2004 (ED 9681)
1. Präludium 2. Idylle 3. Romanze 4. Capriccio 5. Intermezzo 6. Moment musical 7. Canzone 8. Toccata

op. 20, Suite d-moll, Forberg, Leipzig, 1908
Phantasie – Capriccio – Intermezzo – Introduktion und Fuge

op. 25, Suite A-Dur, Leuckart, Leipzig, 1909. Im Reprint bei Thomi-Berg (L 6380)
Improvisation - Intermezzo - Capriccio - Romanze – Passacaglia
der III. Satz Capriccio auch in: Trenkner, Orgelklänge, Bd. II, Leuckart, Leizpig, 1920

op. 31, Variationen über ein Originalthema (komp. 1910), Hrsg. J.F. Doppelbauer, Coppenrath, Altötting, 1973 (CV 92.352)
ursprünglich in der Sammlung „Orgelkonzert“ (Otto Gauß), 2. Serie, Nr.14, Coppenrath, Regensburg, 1910

op. 60, Eine Deutsche Singmesse. Verbindende Vor- und Zwischenspiele. Schott, Mainz, 1925

Impromtu in e-moll und Fughetta in Es-Dur, Schweers&Haake, Bremen, 1912
oder Eres (Eres 1902 + 1903), Bremen, 1972

Introduction und Fuge 1912 Coppenrath CV 91.229
(in Fugen des 19. Jahrhunderts Doppelbauer aus Gauss III)

9 Choralvorspiele ohne op. Zahl (Andreas Maisch) Anton Böhm & Sohn, Augsburg (12875-72), 2004, 18 S.

Beiträge in "Praeludia" 1936 (für Orgel manualiter) Schott Music (ED 2550)

Original-Beiträge in Gauß III.

Choralvorspiel: Mit Fried' und Freud' ich fahr' dahin
in: Choralvorspiele von Reger-Schülern (Hrsg. Hermann J. Busch), Schott, Mainz, 1991

für Orgel und Violine
op. 62, 2 Kirchensonaten. Nr. 1 in F-Dur, Nr. 2 in d-moll. Schott, Mainz, 1925.

für Orgel und Singstimme
op. 13 Drei geistl. Lieder in Es-Dur, F-Dur, G-Dur, für mittlere Singstimme, Leuckart, Leipzig, 1909.
op. 56, Zwei Trauungsgesange in F-Dur u. B-dur, für Altstimme, Böhm & Sohn, Augsburg, 1927.

Quellen

- "Das große Lexikon der Musik", in Honegger/Massenkeil , Herder, Freiburg, 1976

- Homepage der Joseph-Haas-Gesellschaft: http://www.joseph-haas.de/index.htm

- Artikel "Josef Haas", Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Haas

- Bruno Weigl: Handbuch der Orgelliteratur, F. E. G. Leuckart, Leipzig, 1931.

- Franz Sauer: Handbuch der Orgelliteratur, Philharmonischer Verlag, Wien, 1920.

- Michael Gerhard Kaufmann: Orgel und Nationalsozialismus. Musikwissenschaftliche Verlags-Gesellschaft mbH, Kleinbittersdorf, 1997